Widerstand            Gedankensplitter vom Share-Café am 20.01.2022

 

  • Annäherung an den Begriff: Wir haben Widerstand, wir halten Stand halten, wir gehen in Abwehr, wir agieren mit dem Widerstand oder wehren uns.
  • Erst einmal muss ich den Widerstand als Gefühl in mir spüren, ihn als mein Bedürfnis wahrnehmen, um überhaupt überlegen zu können, wie ich damit umgehen will.
  • Wann führen gegensätzliche Sichtweisen in Beziehungen, Gesprächen oder im beruflichen Kontext dazu, dass wir unseren Widerstand zu äußern? Und ist der andere bereit überhaupt mit mir in die Auseinandersetzung zu gehen?
  • Widerstand gegen etwas, jemanden oder eine Gruppe kann dazu führen, dass wir uns "wehren", was eher mit dem Einsatz unserer Macht / Gewalt verbunden wird. Und ob wir so etwas an der Ursache verändern ist fraglich.
    In unserer Share-Runde formulieren wir Widerstand als „aktiv Veränderungen einleiten“, durch unsere Hinweise, unser Aufmerksam machen und unsere Beharrlichkeit. Wir wollen Verbündete sein und Verbündete für die Sache/n gewinnen.
  • Bin ich bereit an Widerstandsprozessen teilzunehmen, die von wenigen Menschen initiiert sind? Oder folge ich den „Trends“?
  • Im Verlauf des Gesprächs kamen wir auch auf Werbestrategien zu sprechen. Sei es für Praxismaterialien, Fortbildungen oder (Fach-?) Artikel. Kommerzielle Interessen untergraben wichtige soziale und pädagogische Veränderungen, bspw. von Kindergartenausstattern oder -verlagen. Wir denken, dass es für Veränderungen in unserer Praxis mit den Kindern und Familien oder der gesamten Gesellschaft, die langwierig und schwierig sind keine kommerzielle Werbung braucht. Es braucht Menschen, die dem Mainstream aktiv widerstehen und diese Prozesse über das reflektierte Handeln entwickeln.
  • Die Auswirkungen von Medienpräsenz in Serien, Filmen und deren Figuren als Merchandising auf Kinder?
  • Die junge Fachkräftegeneration ist selbst zunehmend mit der Rosa-Hellblau-Falle groß geworden. Es braucht Reflexionen über Stereotypen, die Frage was fehlt, damit auch die Mädchen gern in der Bauecke und die Jungen in der Puppenküche spielen.
  • Wut und Widerstand sind wichtig.
  • Wo sind meine Grenzen, wo sind Deine Grenzen, wo sind wir gesprächsbereit?

 Ein Fazit: Wenn wir in kleinen konkreten Situationen aktiv unseren Widerstand ausdrücken, stoßen wir Veränderungen an. Je mehr von uns das tun, desto mehr kann sich verändern.

 


Das Share-Café geht in die 2. Runde

Die neuen Termine stehen, die ersten Torten werden gebacken. Wir sind gespannt, wer sein*ihr Wissen oder Herzensthema mit uns teilen wird. Wir freuen uns immer über neue Gäst*innen.

 

Hier unsere Online-Café-Termine ab August 2021:

Immer von 16.00 – 18.00 Uhr

04.08.2021 „Gendersensibilität in Kitas“

02.09.2021 "Aktiv werden gegen Diskriminierung"

19.10.2021  "Spontaner Austausch"

18.11.2021 Zu einem gelassenen und offenen Umgang mit

                    sprachlicher Vielfalt

13.12.2021 Bunter Teller: "Feste feiern - welches Fest feierst Du am liebsten?"




Zeit fürs Share-Café:                                                                              Wissenswertes teilen mit Susanne und Amna

Seit Februar 2021 veranstalten wir das Share-Café. Unsere Torten-Karte für die geplanten Treffen hat sich dank unserer vielfältigen Gäste gefüllt.

Du willst wissen was es mit der Share-Café-Idee auf sich hat?


Wir haben einen Raum zum Teilen und miteinander austauschen über unsere Herzensthemen geschaffen. Jede*r Teilnehmende kann nach Absprache einen Termin nutzen, ihre*seine „Torte“, also das Thema, das ihm*ihr wichtig ist, vorstellen und mit den anderen diskutieren. Willkommen ist jede*r.

 

Das zweistündige Online-Format ermöglicht, dass räumlich weit verstreute Kolleg*innen zusammenfinden und gemeinsam an den Impulsen der jeweils präsentierenden Kolleg*in/nen weiterdenken. Auf einem internen Padlet stellen wir uns zusätzlich Unterlagen, Infos und Kommentare zur Verfügung und planen die nächsten Share-Café-Torten.

 

Im Februar sind wir gestartet und unsere Torten-Karte war bisher dank unserer Gäste abwechslungsreich und reichhaltig.

 

Kurze Berichte zu unseren Torten

 

Systemisches Konsensieren

Als Einstieg in unser Share-Café hat uns Susanne Kühn Einblicke in das Systemische Konsensieren gegeben. Uns allen begegnet in Beruf und Privatleben die Frage: Wie wir in Gruppen zu tragfähigen Entscheidungen finden? Die klassischen Mehrheitsentscheidungen werden oft bewusst oder unbewusst, von denen, die dagegen gestimmt haben, untergraben. Unsere Politiker sind da, finde ich, anschauliche Vorbilder.

Fragen wir jedoch nicht nach der Zustimmung, sondern nach den Widerständen zu einem Lösungsvorschlag, lässt sich dieser oft so anpassen, dass niemand Widerstand mehr hat. Mit diesem Konsens fühlen sich alle gehört und gesehen und tragen die Entscheidung nachhaltig mit.

Dieses Vorgehen zur Entscheidungs- oder Lösungsfindung passt in die Gedanken zur Partizipation und Teilhabe aller Menschen. Sie ist bereits mit Kindern erfolgreich erprobt worden und kann in die demokratische Bildung eingebunden werden.

 

Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© (VBuE)

Inklusion ist mir ein besonderes Anliegen, das ich durch die Auseinandersetzung mit dem Ansatz der VBuE vertiefen durfte.

Die klaren Ziele aus dem Anti-Bias-Approach sind für mich Leitsätze für meine inklusive Pädagogik geworden, um aktiv gegen soziale und Bildungsbenachteiligung zu wirken.

1. die Identität des Kindes stärken – „Ich bin okay!“

2. Vielfalt anerkennen und sichtbar machen – „Du bist okay!“

3. Ungerechtigkeiten, Ausgrenzung und Diskriminierungen erkennen – „Das ist nicht okay!“

4. Aktiv werden gegen Ungerechtigkeiten – „Machen wir es okay“

 

Verinnerlichte Botschaften

Schon die jüngsten Kinder übernehmen aus den Botschaften, die sie aus ihrer sozialen und räumlichen Umgebung erhalten, grundlegende Werte und Normen. Sie beziehen alles auf sich und entwickeln ihr individuelles Bild von sich selbst und der Welt, in der sie leben. Sie entwickeln Handlungsstrategien, wobei sie oft ihre Bezugserwachsenen nachahmen.

Welche Wirkung haben Botschaften, wie „ich bin nicht sichtbar/repräsentiert“ oder „meine Familie ist anders“? Kinder erfahren dadurch „Ich bin nicht wichtig!“ oder „Ich bin nicht richtig“. Und sie gehen ganz unterschiedlich damit um, einige verstummen, andere werden laut, wieder andere gehen in die Abwehr oder kooperieren über ihre Grenzen hinweg.

Wir Erwachsene können den Kindern zuhören, mit ihnen sprechen, die eigene Haltung und Sprache/n reflektieren und die Kinder in ihren Bildungsprozessen begleiten und stärken.

 

Kinderperspektiven

Kari Bischof-Schiefelbein und Susanne Kühn haben mit uns geteilt, wie es gelingen kann, die Sichtweisen der Kinder in der Kita in unsere pädagogischen Angebote einzubeziehen. Im Projekt „Achtung Kinderperspektiven!“ wurden Kinder gefragt, was Ihnen wirklich wichtig ist. Sie ergaben verschiedene, zum Teil unerwartete, Qualitätsdimensionen und -bereiche. Ein Methoden-Schatz, um Kinder in den Qualitätsentwicklungsprozess der Kita einzubinden.

 

Rolle der Referent*in, Moderator*in oder doch Entwicklungsbegleiter*in?

Fortbildungen und Kita-Prozesse brauchen klar nachvollziehbare Prinzipien der Zusammenarbeit und des Miteinanders in der Gruppe. Welche Erwartungen haben wir selbst an unsere Fortbildungen? Was wollen wir bewirken? Gelingt es unsere Ansprüche und Regeln authentisch umzusetzen? Wie gehen wir mit sensiblen Themen um?

Drei Kinderwelten-Kolleg*innen und ich haben uns diesen Fragen gestellt und stießen auf noch mehr Fragen zur Reflexion unserer Rolle. Es entstand ein offenes Arbeitspapier, das wir im Share-Café diskutiert haben.


Wissenswertes Teilen mit Amna & Susanne

5 Online-Treffen bei denen wir eine "Torte" in Form einer Präsentation eines Lieblingsthemas miteinander teilen.

Wir machen den Anfang und freuen uns auf Beiträge aus der Café-Runde.

Mehr Infos zu dieser Idee gibt es per Video: hier

 

Unsere Café-Termine, jeweils von 16.00-18.00 Uhr:

09.02.2021 „Systemisches Konsensieren“

25.03.2021 „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung©“

14.04.2021 Dominanz-Kultur in der Identitätsentwicklung der Kinder

27.05.2021 „Achtung Kinderperspektiven!“

 

21.06.2021 "Unsere Rolle als Referent*in, Moderator*in oder doch Entwicklungsbegleiter*in?"